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Lofty Christopher Street Day – von bunten Fahnen und flippigen Perücken

Christopher Street Day – von bunten Fahnen und flippigen Perücken

Foto: © pixabay.com/rihaij

Anfang August war es wieder soweit: Tausende LBGTI trafen sich zum traditionellen Christopher Street Day. Das Fernsehen überträgt meist nur die Partystimmung, dabei ist der CSD weit mehr. Trotz zunehmender Kommerzialisierung bei den aufgeführten Paraden und Demonstrationen steht für die Teilnehmer nach wie vor der politische Aspekt im Vordergrund. Ohne den Christopher Street Day, da sind sich alle einig, wäre noch nicht so viel erreicht.

Wie gestalten die LBGTI ihren Christopher Street Day?

Foto: © pixabay.com/StockSnap

Gefeiert wird ausgelassen und in farbenfrohem Outfit – vom Scheitel bis zur Sohle, vom Schuhwerk bis zur Haartracht. Der perfekte Blickfang: eine eindrucksvolle Perücke. Überall geht es bunt zu, ansonsten hat jede Stadt ihr eigenes Programm.

In Hamburg führte am 2. August eine bunte Parade über die DOM-Meile, zwei Tage später fand die politische Demonstration unter dem Motto „Freie Bahn für Genderwahn!“ statt. Sie rief die Menschen auf, sich für Akzeptanz und Vielfalt einzusetzen. Das Straßenfest vom 3. bis 5. August verwandelte den altehrwürdigen Jungfernstieg auch dieses Jahr wieder in die „schönste CSD-Meile Deutschlands“. Das Besondere in Hamburg: Die Elbphilharmonie heißt die Gäste im Regenbogenlicht willkommen.

In Amsterdam schipperten am 4. August wie in jedem Jahr 80 aufwendig geschmückte Boote durch die Grachten. Eines bunter als das andere. Die freche Canal Parade ist der Höhepunkt des Amsterdamer Gay Pride (AGP) Festivals, mit ihrem Applaus prämieren die Zuschauer die schönsten Boote. Der Protestcharakter des AGP ist noch relativ neu. Mittlerweile werden jedoch auch hier die Ausschreitungen gegen Homosexuelle thematisiert.

The Wad Girls | Foto: © europride2018.com/Olav Holten

In Stockholm demonstrierten und tanzten am 1. August-Samstag 200 Sektionen vom Rathaus bis zum Östermalm Sportplatz und weiter zum EuroPride Park. In der schwedischen Hauptstadt können die Zuschauer offiziell abstimmen – und zwar während der gesamten EuroPride Parade. In diesem Jahr wurden die Priscillas zum Publikumsliebling gekürt. Die Kommentatoren der Parade erklärten The Ward Girls zu den Siegern – sicher nicht nur aufgrund ihrer traumhaften Perücken.

Natürlich feiern auch Berlin, Köln, München, Stuttgart, Leipzig, Düsseldorf, … den CSD. 2018 machte Potsdam im Mai den Anfang. Und es geht noch wochenlang weiter – bis Gera nach dem 29. September die Winterpause einläutet.

Woher kommt der Name Christopher Street Day?

Foto: © pixabay.com/fsHH

Der Begriff wird fast ausschließlich in deutschsprachigen Ländern verwendet. Anderswo bevorzugt man „Gay Pride“ oder einfach nur „Pride“. Dass die Veranstaltung nach einer Straße benannt ist, geht auf ein historisches Ereignis zurück. In den 1960er-Jahren gab es in New York häufig gewalttätige Razzien in Trans- und Homosexuellen-Kneipen. Besonders die Männer mit afrikanischer und lateinamerikanischer Herkunft waren der Willkür der Polizei ausgesetzt. Am 29. Juni 1969 kam es in der Bar Stonewall Inn in der Christopher Street zu einem Aufstand – und in der Folge zu tagelangen Straßenschlachten. Seit dem ersten Jahrestag erinnert New York am „Christopher Street Liberation Day“ mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis. So einprägsam, dass sich daraus eine weltweite Tradition entwickelt hat: die Sommer-Demonstrationen für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Was heißt eigentlich LGBTI?

Foto: © pixabay.com/Maiconfz

Beim Christopher Street Day denken wir meist nur an Homosexuelle, doch gibt es auch andere Gruppen, die aufgrund ihres sexuellen Verhaltens und Begehrens diskriminiert werden. Die Abkürzung variiert leicht. Immer werden Lesbian (L), Gay (G), Bisexual (B) und Transgender (T) aufgeführt. Ein zusätzliches „I“ steht es für Intersexual, ein „Q“ für Queer, also für alle anderen von der Norm abweichenden Menschen (parallel zu unserem deutschen „verquer“).

Dass sich durchaus auch Heterosexuelle an den Demonstrationen und Feierlichkeiten beteiligen, ist kein Geheimnis. Geschwister, Eltern und Freunde zeigen gerne Solidarität. Und: In Berlin wurde schon Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, in Frankfurt am Main der hessische Ministerpräsident Roland Koch und in Köln und Hamburg der damalige Bundesaußenminister und Vizekanzler Joschka Fischer gesichtet.

Was bedeuten die Regenbogenfarben?

Foto: © pixabay.com/dianejmoss

Die Regenbogenfahne ist ein weltweit anerkanntes Symbol. Sie drückt die Toleranz gegenüber allen Kulturen und Lebensformen aus. Als Sinnbild der internationalen Friedensbewegung hat die in Italien entworfene Bandiera della Pace (Friedensfahne) die Farbfolge Violett – Indigoblau – Hellblau – Grün – Gelb – Orange – Rot (von oben nach unten), also genau wie ein Regenbogen. In den 1970er-Jahren griff die Schwulen- und Lesben-Szene dieses Symbol auf. Um keine Verwechslung aufkommen zu lassen, drehte man das ursprüngliche Banner um und ließ die Farbe Hellblau weg. Von oben nach unten symbolisieren die Farben nun Leben (Rot), Gesundheit (Orange), Sonnenlicht (Gelb), Natur (Grün), Harmonie (Blau) und Geist (Violett).

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Auf den Paraden sieht man die knallbunten Farben überall – ob als Banner, Regenschirme, Luftballons, T-Shirts oder Perücken. Verrückte Zweitfrisuren zu tragen, ist derzeit auch andernorts äußerst beliebt. Farbige Perücken liefern Gesprächsstoff, verbreiten Spaß – und verwandeln jede Frau in eine Königin der Nacht.

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